Museum Beringen

Freilichtspiel Zehntenabgabe

2018 feiert der Museumverein Beringen sein 30jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass wird als kulturgeschichtlicher Beitrag für Beringen das Freilichtspiel „Zehntenabgabe“ vor der Kulisse des Beringer Schlosses und der Zehntenscheune aufgeführt werden.


Aufführungsdaten Freilichtspiel:
Freitag 25. Mai Abendvorstellung 19.00 Uhr
Samstag 26. Mai Nachmittagsvorstellung 14.00 Uhr
Jubiläumsvorstellung 19.00 Uhr
Sonntag 27. Mai Nachmittagsvorstellung 16.00 Uhr

Susanne Breyer

Mit ihr haben wir eine kompetente Regisseurin gewinnen können. Sie hat das Stück für das Freilichtspiel geschrieben und wird die Rollenzuteilung vornehmen. Zur Aufführung werden couragierte Laienschauspieler/innen aus heimischem Holz gesucht, die bereit sind, ehrenamtlich mitzuwirken. Die Anforderungen umschreibt Susanne Breyer wie folgt: «Es werden Schauspieler für das Freilichtspiel zwischen 6 und 86 Jahren gesucht, die viel Spass und Enthusiasmus mitbringen. Gespielt wird in Mundart. Wir wollen das Mittelalter wieder zum Leben erwecken und alles möglichst genau so darstellen, wie es damals gewesen sein könnte. Erfahrung im Theaterspiel ist gut, aber keine Voraussetzung. Während der Proben gibt es Unterricht in Sprache, Gestik und Bewegung».


Casting und Rollenzuteilung

Es sind verschiedene Rollen an rund 40 Erwachsene und rund 10 Kinder zu vergeben bei höchstens 32 Einsätzen bis zu stummen Rollen. Dazu wird ein von einer Kuh gezogener Wagen mit Führung unter Begleitung verschiedener Tiere sowie ein Pferd mit Reiterin wie auch ein Chor zu ihrem Auftritt kommen. Die Schauspieler/innen erhalten für ihre Teilnahme keine Gage, dafür aber jede Menge Spass und neue Erfahrungen. Fühlen Sie sich angesprochen und interessiert? Dann melden Sie sich bitte für das Casting am Samstagmorgen den 19.August 2018 an. Nach Eingang der Anmeldung an Hansjörg Vögele (E-Mail: hj.voegele@gd-graphicdesign.ch oder per Tel. 079 511 19 32) bis spätesten Montag den 31.Juli 2017 erhalten Sie eine definitive Einladung. Das Casting dauert von 9 bis 12 Uhr.


Die Handlung

Die Ereignisse der Zehntenabgabe spielen sich im mittelalterlichen Beringen zur Zeit des 13. Jahrhunderts ab, wo der Landvogt Bertoldus de Beringin mit seinem Sohn den Zehnten bei der reichen Familie Hauser und der armen, aber schlauen Familie Rohrbasser eintreibt. Die Geistlichen des Klosters Allerheiligen wollen ebenfalls ihren Anteil. Die zukünftige Frau des Sohnes aus der aus dem Kleinadel stammenden Familie Hün will von der Familie Hauser auch noch das Bestgewand und Besthaupt eintreiben. Der Zähringer Herzog Bertold kommt zur Kontrolle und will vom Landvogt Bertoldus de Beringin ebenfalls seinen Anteil abzwacken. Fazit: Wer sich zu viel von anderen aneignet, dem wird es irgendwann wieder abgenommen. Generell ist das Abgeben des Zehnten sinnvoll, aber nicht, wenn es Familien in den Ruin treibt.

Zur Historie der Zehntenabgabe

Die Leibeigenen, aber auch die freien Bauern und mussten im Mittelalters an ihre Herren wie Klöster, Adlige von Grafschaften und deren Vögte oder an Städte mit Zunftregierungen bestimmte Abgaben oder auch Frondienst leisten. Dazu gehörten der „Leibzins“, bestehend aus Naturalien wie z.B. Hühner, Getreide, Wein, Käse und Vieh. Je nach Grösse des Landes gehörte auch noch ein Bodenzins dazu. Zusätzlich musste an die nächste Kirche oder das Kloster der zehnte Teil aller Erträge abgeliefert werden. Der Frondienst („dem Herren gehörig“) verlangte von den Bauern, beim Lehensherren ohne Entschädigung mitzuhelfen wie bei Aussaat und Ernten, dem Brücken- und Wege- sowie auch Festungsbau. Schliesslich wurden als besondere Abgaben für eine Heiratserlaubnis oder dem „Todfall“ eines Bauern oder bei einer Hofaufgabe oder bei Krankheit eine Abgabe fällig, nämlich das „Besthaupt“ (beste Stück Vieh) und das „Bestgewand“ (bestes Kleidungsstück). Auch in unserer Region und in Beringen war dies die Rege,l wie aus den Dokumenten von Zinsrodel oder anderen Dokumenten nachgelesen werden kann. Zur Zeit der Reformationswirren im 16. Jahrhundert mussten sich die Leibeigenen erzwungenermassen freikaufen und das zum Teil neue Steuerwesen empörte die Landbevölkerung. Diese Musstände führten zu den Bauernaufständen. Auch heute bezahlt niemand gerne Steuern und empfindet diese in jedem Falle zu hoch. Doch schon zu Zeiten Jesu unter der Herrschaft der Römer kam es zu Diskussionen und doch sagte Jesus: „Gebt dem Kaiser was des Kaisers ist“.